Angst – Ursachen: – Körperliche Erkrankungen

Franz Neumann: Angst und Politik. Nach Beispielen aus der psychoanalytischen Praxis befasste sich Riemann in seinen ergänzenden Betrachtungen zunächst eine der Abgrenzung zu Gewohnheiten, Zeremonien und Traditionen, denen auch gewissermaßen etwas Zwanghaftes anhafte. Über Kierkegaard gelangte der Begriff in den Existentialismus zu Martin Heidegger, Jean-Paul Sartre und Karl Jaspers. Søren Kierkegaard: Der Begriff Angst. Das auf den deutschen und niederländischen Sprachraum beschränkte Substantiv „Angst“ wurde 1844 von Søren Kierkegaard in die philosophische Diskussion eingeführt, ist also nur über die etymologische Wurzel „typisch deutsch“. Im Rahmen mit der 2007 eingetretenen Finanz- und Wirtschaftskrise stellte Ulrich Greiner im Mai 2009 jedoch fest, dass von „German angst“ und deutschen „hysterischen Erscheinungen“ im Vergleich zu Nachbarländern wie England und Frankreich stinknormal mehr zu vermerken sei. Mit den komplementären Stereotypen German Angst (englisch, etwa: „typisch deutsche Zögerlichkeit“) und German assertiveness (etwa: „typisch deutsche Überheblichkeit“) werden als charakteristisch empfundene, gesellschaftliche und politische, kollektive Verhaltensweisen der Deutschen bezeichnet. ↑ Carl Gustav Jung: Die Archetypen und das kollektive Unbewußte. ↑ a b Socialism in America. Joy Hakim: War, Peace, and All That Jazz. Da Riemann in der Lage war, komplizierte Sachverhalte einfach und verständlich zu vermitteln, fand sein Buch Anklang unter interessierten Laien und trug auf diesem Wege zur Verbreitung psychoanalytischer Erkenntnis, doch zugleich auch zur Entwidmung psychoanalytischer Fachsprache bei.

Der Druck eines ununterbrochenen schändlichen Zwanges hatte dieses ganze Volk in angstvoll-bösartiger Heimlichtuerei verstummen lassen, bis es durch Selbstvergiftung in eine seelische Fäulnis übergegangen war, von welcher es nicht zu heilen und nicht zu befreien war. Liebe sei für schizoide Persönlichkeiten insofern besonders heikel, als sich hier ihre ganze „Unbeholfenheit und Unerfahrenheit in Gefühlsdingen“ offenbare. „Ihm wurde klar, dass diese ganze Nation von der Seuche einer ständigen Furcht infiziert war: gleichsam von einer schleichenden Paralyse, die alle menschlichen Beziehungen verzerrte und zugrunde richtete. Atomar 1954 veröffentlichten Aufsatz „Angst und Politik“ geht der deutsch-amerikanische Politikwissenschaftler Franz Neumann (1900-1954) von den vier Freiheiten aus, die Franklin D. Roosevelt am 6. Januar 1941 zu seinem Programm gemacht hatte: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, ökonomische Sicherheit und Freedom from Fear, Freiheit von Furcht. Aus Furcht vor kommunistischer Infiltration und sowjetischen Agenten startete die US-Regierung eine Kampagne gegen die Kommunistische Partei (KPUSA), deren Mitglieder und (vermeintliche) Sympathisanten, um „subversive Elemente“ ausfindig denkbar. In dem Werk werden vier verschiedene Typen der Persönlichkeit charakterisiert und ihre jeweiligen Ängste und Verhaltensweisen sowie deren Ursachen thematisiert. Je fester wir etwas halten, beibehalten wollen, umso mehr erliegen wir dieser Angst, deren verschiedene Formen als Gemeinsames die Angst vor der Wandlung einen Wink geben.

Diese Menschen prüften, ehe sie etwas übernähmen und verträten ihre Positionen unsentimental, „klar und kompromißlos“. Diese atemsynchrone Schwankung der Herzfrequenz verschwindet bei Belastung. Aggression stehe bei hysterischen Persönlichkeiten im „Dienst des Geltungsstrebens“. Je mehr wir wir selbst werden, umso einsamer werden wir, weil wir dann Tendenz steigend die Isoliertheit des Individuums erfahren. Zwang dagegen lasse ein Verhalten zum Selbstzweck werden, das nur in bestimmter Form gezeigt werden kann, selbst wenns sinnlos sei. Pünktlichkeit und planvolles Handeln halten sie für kleinlich, Verantwortungsübernahme für verzichtbar und den unverkennbar die eigene Endlichkeit anzeigenden Alterungsprozess versuchen sie durch jugendtümliches Verhalten und entsprechende Kleidung zu verleugnen. Ihr Verhalten habe Folgen, auch für sie selbst.

Die Partnerwahl richte sich handelsüblich auf ihren Gegenspieler in der Hoffnung, seinerseits lernen zu können, was sie selbst nicht zu leben wagen. Und weil sie dem Augenblick den Vorzug vor Kontinuität geben, spielen sie Rollen und laufen Gefahr, nur eine Frage der Zeit nicht länger zu wissen, „wer sie selbst sind“. Weil sie dem Kontakt mit anderen Menschen aus dem Weg gingen, lernten sie nicht, ihre Mitmenschen einzuschätzen, und deshalb blieben sie ihnen fremd. Seine ergänzenden Betrachtungen focussieren auf den Mangel an Authentizität dieser Menschen und ihren problematischen, weil verleugnenden Umgang eine der Realität, sodass sie auch leicht „politisch oder ideologisch ausgenutzt werden“ können. Jedes Kapitel ist untergliedert in fünf Unterkapitel, die sich ausführlich mit den Aspekten der Liebe, der Aggression, des lebensgeschichtlichen Hintergrundes, mit Beispielen für die jeweilige Erlebnisweise sowie ergänzenden Betrachtungen beschäftigen. In den abschließenden Betrachtungen wird auf den großen „Unterschied des Reifegrades“ zwischen Verstand und Gefühl und zwischen Rationalität und Emotionalität hingewiesen, der für diese Persönlichkeiten charakteristisch sei. Die Frage, wie sie mit den Eigenarten des Kindes und seinem Stolz, aber auch der inzwischen gereiften kindlichen Kritik umgehen, beeinflusst die Möglichkeiten des Kindes, sie als Vorbilder anzunehmen und deren zu lernen, oder sie zurückzuweisen.